Aracha oder die Kunst der Teeverarbeitung 

Es mag nicht unbedingt danach aussehen, doch wer einmal vor Ort seine Nase in dieses Wölkchen halten durfte, wird zustimmen, dass der Duft des Tees frisch aus der Dämpfung am intensivsten und ein wirklich unglaubliches Erlebnis ist.

Am besten kann man diesen Duft im Aracha,  dem sogenannten Rohtee bzw. unverarbeiteten Tee wiederfinden. Doch was genau bedeutet das eigentlich?

Grüntee wird direkt nach der Ernte gedämpft, gerollt, gewalkt und leicht getrocknet, um die Fermentation zu unterbinden. Auf der KEIKO Biofarm findet diese Verarbeitung daher direkt neben den Feldern statt, um lange Wege zu vermeiden.  

Rechts im Bild sieht man, wie die Blätter sich vom frischen Blatt in den Aracha verwandeln (gegen den Uhrzeigersinn). 

Aracha ist noch nicht gesiebt und enthält daher noch gröbere Blattstücke und die Stängelchen, die später zu Kukicha verarbeitet werden.

Nach dieser kurzen Vorverarbeitung wird der Aracha den Tea-Tastern vorgeführt, die in der Erntezeit oft eine große Anzahl verschiedener Aracha-Sorten nebeneinander verkosten, die aus unterschiedlichen Tee-Gärten und von verschiedenen Varietäten stammen. Allein auf der KEIKO Biofarm wachsen mehr als 10 verschiedene Tee-Varietäten, wie zum Beispiel Benifuuki, der auch namensgebend für den fertigen Tee ist. Doch sortenreine Tees sind eher selten, da der Geschmack des Tees durch natürliche Einflüsse von einer Ernte zur nächsten selbst bei ein und demselben Feld stark variieren kann.

Die Tea-Taster sind es, die für jede Produktion neu entscheiden, in welcher Kombination und in welchem Verhältnis die Sorten gemischt werden, um den gewünschten Geschmack zu erreichen. Dazu werden Duft und Farbe der trockenen Blätter und anschließend das Aroma und der Geschmack der frisch aufgebrühten Blätter bewertet. Hierzu wird der Aracha sehr intensiv aufgegossen, um so die Besonderheiten herauszuschmecken und die Qualität zuverlässig zu bestimmen. Dank jahrelanger Erfahrung sind unsere Partner in Japan sensorisch bestens geschult, um eine verlässliche, hohe Qualität für die KEIKO Tees sicherzustellen. 

Nach der Klassifizierung im Tasting werden die Arachas entweder zur späteren Verwendung gekühlt eingelagert oder, für wie zum Beispiel Shincha, direkt weiter verarbeitet.

Aracha-Type Tees, auf Japanisch: Ara-Shiage, werden gesiebt und sortiert, jedoch gar nicht oder für bessere Haltbarkeit nur sehr leicht getrocknet.

Das KEIKO Aracha Sortiment

Der KEIKO Aracha #145, den wir seit einigen Jahren im Sortiment haben, ist ein leicht getrockneter Ara-Shiage oder Aracha Type Tee. Der neue Aracha Yakushima ist ebenfalls ein Ara-Shiage, jedoch nicht endgetrocknet, während Aracha Yume ein „echter“ Aracha ist. Er ist unsortiert und enthält noch alle Blattgrößen und Stängelchen.

Selbst Aracha Type Tees sind hierzulande noch weitestgehend unbekannt und selten zu finden. Ein völlig unverarbeiteter Aracha wie der Aracha Yume jedoch ist eine wirkliche Rarität - selbst in Japan.

Die Verarbeitungsschritte